Beschrieb

Die längste Mountainbiketour der Schweiz

Mit 54 Etappen über 3100 Kilometern, 110’000 Aufstiegsmetern und 165 Pässe entdeckte ich auf der selbst kreierten Route den längsten und schönsten Singletrail – und die wahre Grösse der Schweiz.

Von der Geschichte in die Gegenwart

Am 17. Juli 2013 beim Schloss Sargans SG gestartet, bin ich als Alpinbiker und Touristiker am 19. November 2013 mit unzähligen Eindrücken und Erlebnissen bereichert, sowie einigen Blessuren verziert, dorthin zurückgekehrt. Mit dieser Expedition um mein Heimatland habe ich die Schweiz als Erster alleine und aus eigener Kraft mit einem Mountainbike umrundet und querte einige Pässe erstmals per Rad. Ich folgte Spuren meiner Vorfahren, Säumern, Söldnern, Händlern und Schmugglern. In 54 Tagesetappen befuhr ich grenznah schmalste Wege, kämpfte mich durch dornige Grenzwächter-Pfade, dichte Wälder, genoss schöne Singletrails, schwelgte auf historischen Routen und querte geschichtsträchig Walser-Pässe. Die Grenze querte ich meist grün ohne jegliche Ausweiskontrolle.

Den Grenzsteinen entlang

Die anspruchsvolle Route führte mich möglichst auf Singletrails entlang der Schweizer Landesgrenze – zum nördlichsten Punkt (Bargen SH), westlichsten (Chancy GE), südlichsten (Pedrinate TI) und östlichsten (Müstair GR) Grenzstein Helvetiens. Ich besuchte die Nachbarn Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und das Fürstentum Liechtenstein und fuhr durch alle vier Sprachregionen.

Ausserdem passierte ich neben dem kältesten Dorf la Brèvine NE (-41.8°) den wärmsten Ort Locarno TI (∅ +11.5°), kam dem Gipfelkreuz der Dufourspitze VS 4634 m bis 4,8 km Luftlinie nahe und querte auf dem Col Valcournera ITA auf 3072 m das Dach der Tour und erfuhr in Brissago TI 193 m den «Tiefpunkt». Ich schlief in Juf GR mit 2126m gar höchsten, ganzjährig bewohnten Siedlung Europas.

Strapazen, prickelnde Begegnungen und herzliche Gastgeber

Ich balancierte bikeschulternd über Felsbrocken, querte ewigen Schnee, rastete unter Palmen, grüsste Steinböcke, schwelgte über Singletrails und genoss Köstlichkeiten aus Öfen, Küchen und Keller. Von der Jugendherberge über Privatzimmer, Hotels und Berghütten nächtigte ich als Touristiker mal eher hart in Klöstern umso sanfter im Nobelhotel. Ich traf dabei auf herzliche Gastgeber auch abseits ausgetretener Tourismus-Pfaden und erlebte das Tourismusland Schweiz diesseits der Werbeversprechen.

Mein Antrieb waren Entdeckergeist, Abenteuerhunger, knackige Bike-Trails, Geographie, Geschichte, Kulinarik und die Beherbergung (Historic Hotels). Als Abenteurer habe ich die landschaftliche Vielfalt, Mentalitäten sowie die wahre Grösse der Schweiz am eigenen Leib erfahren. Ich entdeckte Kurioses, stiess auf Neuland und erlebte Prickelndes. Alpine und abgeschiedene Gegenden mit längeren Tragepassagen und Kletterstellen verlangten Erfahrung, Planung, Physis, Willenskraft, Demut, optimales Wetter und vorsichtige Fahrweise. Material und Ausrüstung wurden an die Grenzen geführt ohne meine eigenen Grenzen zu überschreiten.

 

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